Zahlen

Statistik

Problematisch ist, dass, obwohl alle Medien offenbar auf die gleichen Quellen zugreifen, jeder andere Zahlen veröffentlicht. Der eine gibt die Zuwachsraten in Prozent an, der andere in absoluten Zahlen, der dritte die Verdoppelungsraten. Was komplett fehlt in den Aufstellungen: wieviele Menschen getestet wurden (manche mehrfach), wie gross die Gesamtbevölkerung ist. Was sagt es aus, wenn 1000 Infizierte gezählt, aber nur 1500 Test gemacht wurden, bei einer Bevölkerungsgrösse von 1 Mio oder 100 Mio Menschen?

Endlich…

Kommentar zum Artikel auf Zeit.de Macht Geld faul?

…Jemand, der das Thema bedingungsloses Grundeinkommen in die Hand nimmt und nicht in die eine oder andere Richtung polemisiert.
Die Meissten, die dagegen sind, haben doch in Wirklichkeit Angst vor sich selbst, weil sie glauben, sie würden nicht mehr arbeiten, wüssten nichts mit der Zeit anzufangen, verlören jegliche Struktur etc.
Die grössten Gegner dieser Idee sind daher meiner Meinung nach die Arbeits-, Bafög- und Sozialämter, überhaupt alle staatlichen Stellen, wo Anträge für irgendein Geld gestellt werden müssen. Der gesamte Mitarbeiterstab sitzt dann nämlich auf der Strasse.

Mir ist jetzt aber noch ein ganz anderer Aspekt eingefallen: am Ende der Entwicklung – alle Menschen bekommen ein Grundeinkommen der Summe x – steht, dass das Leben auch um die Summe x teurer geworden ist und damit alles wieder von vorne anfängt. Immer mehr „notwendige“ Konsumgüter werden geschaffen, die immer teurer werden. Nachdem Boden schon lange nicht mehr Allgemeingut ist, wird Wasser schleichend privatisiert und irgendwann ist vielleicht Luft dran.
1000 Euro hört sich schon heute nicht mehr viel an. Davon kann man in vielen Fällen gerade mal die Miete zahlen. Als Familie multipliziert sich das dann zwar, aber auch auf der Ausgabenseite.
Auf der anderen Seite ist es auch eine Chance Dinge zu machen, die man sonst vielleicht nicht machen kann.

Das Thema ist insgesamt sehr komplex. Angenommen Teilzeitarbeit wäre überhaupt möglich – in vielen Branchen können sich die Arbeitgeber flexible Arbeitszeiten überhaupt nicht vorstellen -, wieso ist die dann so schlecht bezahlt, dass man quasi auf so etwas wie das Grundeinkommen angewiesen wäre.

Oder, Diejenigen, die einfach nichts tun wollen und mit dem Grundeinkommen über die Runden kommen können. Die werden ja heutzutage schon in so sinnlose beschäftigungstherapeutische Massnahmen gesteckt.

Download für den Bauplan einer camera obscura

coDie camera obscura ist ein dunkler Raum mit einem Loch in einer Wand, wo ein beleuchtetes Objekt auf der Rückwand seitenverkehrt und kopfstehend abgebildet wird. Dieses Prinzip wurde bereits von Aristoteles im 4. Jh. v. Chr. beschrieben und wurde ab dem Mittelalter mit Linsen weiterentwickelt bis es lange vor der Fotografie von in einer Art Zeichentisch in der Malerei als Skizzierinstrument verwendet wurde

 

Mit dem o.g. Prinzip lässt sich mit einfachen Mitteln eine Kamera selbst bauen, mit der man mit etwas Übung* ganz schöne Bilder machen kann.

Hier gibt es einen Bauplan aus PDF/DWG/DXF mit 1:1 Zeichnungen der Bauteile und Illustrationen für € 4.99.

oder bei Etsy

Das Resultat sieht in Etwa so aus:

cam

Endlich

Kommentar zum Artikel auf SpiegelOnline Kommentar zum Wärmedämmungsbeschluss: Asozialer Wohnungsbau und Zeit.de Regierung setzt auf Wärmedämmung

Der Klimaschutz in Ehren.
Die grundlegende Frage ist tatsächlich, wem nützt welche Massnahme am meisten, den Herstellern, den Mietern oder der Umwelt? Dadurch, dass die Industrie offenbar bedenkliche (vermutlich kostengünstigere) Substanzen verbauen darf, gehe ich davon aus, dass der wesentlich höhere Gewinn auf Seiten der Hersteller ist.
Der Pakt zwischen Lobbyisten und Regierungen wird offenbar: die Wirtschaft in den Bereichen wird angekurbelt, Arbeitsplätze geschaffen – wenn auch teilweise die Produktionen nicht mehr in Deutschland und die Baukolonnen aus Osteuropa sind. Immer wird mit Energie, Wirtschaft und Arbeitsplätzen argumentiert. Die Wirklichkeit sieht anders aus.

Jeder kennt die Geschichte von der Energiesparlampe. Spart zwar Strom, aber…Entsorgung? Sondermüll! Farbspektrum? Gesundheitsgefährdend!

Wo ist da die Gesamtbilanz? Die fehlt genauso bei Energiesparmassnahmen im Hausbau. Was ist der Aufwand eines Produkts in der Herstellung (Energie, Transport, Einbau etc.), welche Lebensdauer hat es und wie wird man es wieder los. Interessiert keinen. Immer schnellschnell etwas beschliessen.

Erstmal 30 cm Dämmung drauf. Oh, die Fenster sind auch nicht mehr so gut drauf. Egal. Werden sie halt auch ausgetauscht. Wer will schon mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung zu tun haben, aber die benötigt man dann auch. Ach, kann man in das Gebäude gar nicht mehr einbauen, weil es keine entsprechenden Schächte gibt. Pech gehabt. Gibt’s halt Schimmel.

Dafür gibt es unabhängige Energieberater oder Bauphysiker, die leider meistens aus Kostengründen übergangen werden. Die können die energetische Ausgangsposition eines Gebäudes, die möglichen Massnahmen und die Ziele beurteilen. Nur werden die niemandem garantieren, welche Massnahme, wieviel Energie, sprich Geld, spart.

So ein Blödsinn

Kommentar zu dem Artikel von Thomas Jocher Wohnen muss teurer werden in der Süddeutschen.

Im Grundsatz ist die Analyse zwar nicht falsch, allerdings ist der Wohnungsbau für den Endverbraucher trotz allem viel zu teuer oder er bekommt für sein einfach Geld zu wenig.
Wenn ich für eine Wohnung z. B. € 7000,- pro Quadratmeter ausgeben würde, würde ich auch als erstes die 2.50 m Raumhöhe in Frage stellen und dann möchte ich auch maximalen Wärme- und Schallschutz und eine gute Qualität in der Ausführung und der Materialien auch im ökologischen Sinn haben. Faktisch erhalte für mein Geld allerdings nur die Minimalstanforderungen und die Differenz steckt sich der Investor in die Tasche. So lange er Käufer findet, wird er auch nichts an der Herangehensweise ändern. Leider sind die Käufer oft auch nicht die Nutzer, sehen die Investition als Altersvorsorge, vermieten die Wohnung, denken also genauso kurzfristig wie der Investor und haben daher kein grosses Interesse mehr zu fordern. Mehr fordern hiesse auch nicht das zu kaufen, was angeboten wird, sondern es selbst in die Hand nehmen, eventuell eine Baugruppe gründen. Und das ist mit viel Aufwand, Zeit und Nerven verbunden, was nur wenige auf sich nehmen wollen. Leider.

Warum werden Steuern hinterzogen?

Kommentar zum Zeitartikel Uli Hoeneß gesteht Steuerhinterziehung von 18,55 Millionen Euro

Bei der ganzen Debatte fehlt mir die Frage nach dem Motiv. Kein Mensch möchte Steuern zahlen. Vor allem nicht, wenn nicht ablesbar ist, was er davon hat, die meissten Strassen sind eine Katastrophe, öffentliche Kindergartenplätze gibt es kaum, die Schulen sind auch nicht unbedingt der Bringer, die sozial Schwächeren werden weiter abgehängt etc.
Trotzdem ist es eine Schweinerei, seine Millionen in die Schweiz zu bringen und damit seinem Gemeinwesen zu schaden. Vor allem, weil die Mehrheit der Bevölkerung, der die Steuer direkt abgezogen wird und ohnehin keinen grossen Handlungsspielraum hat, überhaupt was zu sparen.
Ich kann mich noch gut daran erinnern als in den 90ern die Quellensteuer eingeführt wurde. Das habe ich bis heute nicht verstanden, weshalb ich Sparbuchzinsen versteuern muss. Gut, mittlerweile gibt es kaum noch Zinsen, damit hat sich das auch erübrigt. Dennoch kann ich bis heute das nicht ganz nachvollziehen.
Nachdem ich mich mit meinem Verdienst Brutto-Netto auseinandersetzen musste, kam ich darauf, dass es überhaupt keinen Sinn macht z. B. 500 Euro mehr zu verdienen bei unvergleichbar grösserem Arbeitsaufwand, da nur noch ein Bruchteil von dem Delta bei mir ankommt. Und ich spreche nicht von einem Jahresverdienst von 100 Riesen, sondern von weit weniger als der Hälfte.
Fazit. Das Steuersystem ist ungerecht und gehört reformiert. Irgendwer wollte die Bierdeckelsteuererklärung mit einfachen Steuersätzen ohne Abschreibungtricks einführen. Woran scheitert das?

Zum Glück gibt es die Kirchensteuer

Kommentar zu dem Zeit Artikel „Bischof Tebartz-van Elst verteidigt sich gegen „Protzbau“-Kritik“

Zumindest können die aufatmen, die aus der Kirche ausgetreten sind oder ihr noch nie angehörten. Ist sowieso ein interessanter Gedanke, dass man quasi für Seelsorge und Glaubensausübung zahlen muss und zwar jeden Monat nicht gerade wenig. Hört sich nicht sehr christlich an.
Vermutlich sind die Kosten für Bau, Umbau und denkmalpflegerische Massnahmen sogar in Ordnung.
Egal. 31 Millionen in einer verhältnismässig kleinen Diozese sind einfach nicht vermittelbar. Wieviele Kindergärten, wieviele Obdachlosenhäuser oder andere karitative Einrichtungen können unterhalten werden etc, ja sogar gebaut werden. Was ist eigentlich die Aufgabe von Kirche, wenn sie schon unglaublich viel Geld jährlich an die Hand bekommt?
Wenn ich der Priester des fliegenden Spaghettimosters bin, könnte ich von meinen Jüngern auch Steuern staatlich eintreiben lassen?

Nie wieder Venedig II – Oops! … I Did It Again

Venedig-1
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Diesmal war mein Thema, warum das einzige öffentliche Grün in Venedig, die Giardini – angelegt von Napoleon -, für ein halbes Jahr nicht zugäglich ist. Keine Ahnung, ob es überhaupt jenseits von Biennalen geöffnet ist.
Die halbe Stadt steht leer. Warum gehen nicht alle Nationen in die Stadt in leerstehende Palazzi? Nicht nur die sogenannten kleinen bzw. spätgekommenen Länder. Die übrige Zeit könnten diese Pavillons anderweitig genutzt werden. Ideen kann man bestimmt entwickeln. Schliesslich könnten die Giardini den Venezianern, die es ja angeblich kaum noch gibt, zurückgegeben werden.
Ansonsten stellt sich die Frage, wer eigentlich eine Woche in Venedig bleiben will und es sich leisten kann? Wenn man grosses Interesse hat die Biennale sich insgesamt anzuschauen, benötigt man genauso viel Zeit. Jeweils 2 Tage: 2 für die Giardini, 2 für die Arsenale, und 2 für die Pavillons und Parallelveranstaltungen in der Stadt. Danach hat man die doppelte Schuhgrösse und kann für den Rest des Jahres keine Kunst mehr sehen. Vielleicht ist es auch gewollt. Dann kommt man am Ende doch wieder her…
Ach ja. Noch was. Deutschland und Frankreich haben das Gebäude getauscht. Dadurch ist mir überhaupt erst bewusst geworden, wie ähnlich sich beide Pavillons strukturell sind. Aber sonst. Business as usual. Die beiden Ausstellungen nehmen überhaupt keinen Bezug auf den Gebäudetausch. Fand ich eigentlich schwach.