Inglourious Tatort ist ein Tatort ist ein Tatort

Es war jedenfalls einen Versuch Wert die Geschichte anders zu erzählen. Allerdings erreicht man mit der Postproduktion und der Musik auch nicht das ein Tatort ein Tatort ist und bleibt. Die gecrossten Farben (die auch bei vielen anderen Tatortproduktionen eher schlecht auffallen), die tarantinoesken Comicverfremdungen, die Kapitelstruktur, der Vorspann, das Lars von Trier Zitat, die Verlinkung mit Shakespeare (u. a. sind am Ende alle tot) und vieles mehr, brechen zwar deutlich mit der Tatortsehgewohnheit, sind aber nur Bruchstücke, weil en Gros die visuelle Erzählstruktur nicht konsistent war. Wenn schon, dann richtig, dann alles überzeichnen. Es war stellenweise ein bisschen zu viel von Vielem.
Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was hätte man ändern können. Breitbandformat wäre auch so ein Stilmittel gewesen, was das Ganze noch weiter verfremdet hätte. Nichts gegen die Schauspieler, aber weder der Psychopath noch der Kommissar haben mich überzeugt, die Bosco Klicke fand ich noch am besten – leider alle (früh) umgebracht.

Das Problem ist doch ein ganz anderes. Es gibt einfach viel zu viele Tatorte. Mir kommt vor, dass jede Woche einer kommt. Jeder Tatort will seine besondere Identität haben. Mehr als die Hälfte ist aber leider grottenlangweilig. Nur ist es kein Ausweg einen Film mit 1000 Zitaten vollzuklatschen. Dann doch besser den Meister höchstpersönlich engagieren für einen Tatort.

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