Das Problem ist ein ganz anderes

Kommentar zum Zeitartikel Raucher muss Düsseldorfer Mietwohnung räumen

Zugegeben, es ist hart, A. auf die Strasse zu setzen. Keine Ahnung, warum das derart eskalieren musste. Wie viel Zigaretten pro Tag muss man rauchen, dass man mit dem lüften nicht mehr nachkommt und der Qualm über das Treppenhaus oder Fenster die Nachbarn belästigt? 20, 50, 100, 200?
Ich sehe aber eher ein ganz anderes Problem, und das geht weit über die direkte Belästigung hinaus. Im Grunde werden Wohnräume u.a. durch Zigarettenrauch so stark kontaminiert, dass diese unvermietbar werden. Glatte Fussböden können gereinigt, Teppiche ausgewechselt werden. Aber bei den Wänden hört der Spass auf. Zwar können Tapeten auch noch abgekratzt werden, allerdings dringt der Qualm bis in den Putz, der im Wohnungsbau hoffentlich meistens auf den Wänden sitzt. Der Putz hat wiederum u.a. die Aufgabe Luftfeuchtigkeit aufzunehmen und Kondensat, Schimmelbildung etc. zu verhindern und damit für ein angenehmes Raumklima zu sorgen. Daher ist es in dem Zusammenhang auch zu kurz gedacht, eine Sperrgrundierung auf die Wand aufzutragen. Die hilft zwar das „Rauchausatmen“ der Wand zu verhindern, raubt dem Putz aber seine raumklimatische Funktion.
Menschen, die in alten Häusern wohnen, werden dieses Phänomen vermutlich kennen, wenn sie aus dem Urlaub zurückkommen und in der Zwischenzeit nicht gelüftet haben. Es ist nicht nur stickig in den Räumen, sondern man könnte fast sagen, dass die Wände transpiriert haben.

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