VERKAUFE VINTAGE TEILE für RENNRAD

Da ich als sporadischer Kleinsthändler eher unzufrieden mit Ebay bin (siehe auch Brand1 07/2011, S. 22 ff.), starte ich jetzt einen Selbstversuch mit dem Verkauf von Fahrradteilen – auch wenn mein Blog noch nicht so richtig verbreitet ist.

Ist eben alles etwas experimentell. Abholen direkt bei mir in Wien ist möglich. Ich verschicke aber auch gegen Vorkasse. Porto auf Anfrage. Mengenrabat ist verhandelbar. Wer kann da noch zögern?

Shimano 600 Bremsgriffe (BL-6207) für schlappe € 25,-

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Ein Klassiker aus den 80er Jahren.

Leider habe ich die Griffe ohne die originalen Einstellhülsen erstanden. Die habe ich mir drechseln lassen, so dass die Bremsen funktionieren einwandfrei.

 

Campagnolo Record Schalthebel für € 30,-

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Da muss man nicht viel erklären. Kenner kennen sich aus.


Olimpic Pedalen für € 20,-

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Schöne Vintage Pedalen. Voll funktionsfähig.

Anbauteile Saccon Bremse Shimano SIS Schaltung für € 20,-

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Saccon Bremssystem Altex + Shimano SIS Schaltung (12 Gang)

So wie abgebildet. Voll funktionsfahig

Psychotische Hunde

Zugeben, die Hundezone vor unserem Haus nervt mich extrem. Nicht nur weil sich von dort ein bestialischer Gestank entwickelt, sondern auch weil viele Hunde offenbar psychotisch werden, sobald sie sich hinter einem Zaun befinden. Dort fangen sie an „ihr“ Territorium gegen fast alles zu verteidigen, was sich bewegt, und geraten in nicht abreissende Belltiraden – besonders natürlich, wenn andere Hunde ausserhalb der Zauns aufkreuzen, aber auch bei Radfahrern, verschleierten Frauen, Juden und Kindern. Kein Herrchen/Frauchen ist in der Lage sie zu besänftigen. Aber was ist los mit den Hunden? Zwischenzeitlich befürchtete ich schon, ihre Fremdenfeindlichkeit wäre von Ihren Besitzern abgefärbt.

Es muss wohl irgendwas mit dem Zaun zu tun haben. An anderen Orten, wie am Kanal oder im Park wirken die Hunde viel entspannter. Manchmal geben sie einen kleinen Mucks, sind dann aber schnell wieder ganz ruhig. Die meisten zumindest.

Die Abgrenzung durch den Zaun löst also das psychologische Problem aus. Aber wieso? Spielt der Zaun im Allgemeinen oder im Einzelnen eine Rolle? Ist es sowas wie: ich bin hier und du da draussen bist auf jeden Fall Feind, deswegen bell‘ ich bis der Arzt kommt, damit du gar nicht erst überlegst mein Territorium zu betreten? Oder sind zufälligerweise nur die die Psychopaten, die früher in Käfigen gequält wurden und der Zaun wieder die alte Psychose auffrischt? Vielleicht agiert der Hund aber auch derartig, weil der Zaun ihm einen Schutzraum definiert. Auf offenem Feld würde er im Kampfe sicherlich den Kürzeren ziehen. Es ist ja zu beobachten, dass die Kleinen immer die grösste Klappe haben – vor allem wenn auf der anderen Seite ein Riesenköter ist, den das Ganze im Grunde überhaupt nicht interessiert. Wie im echten Leben eben.

In jedem Fall wäre ein Tierpsychologe ratsam. Der Hund könnte sich einfach mal auf die Couch legen und über seine Ängste offen reden. Das hilf bestimmt.

Berliner Schloss – eine kulturelle Katastrophe

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Wie absurd wäre es über die Rekonstruktion des Forum Romanums oder des Colosseums nachzudenken und ihnen eine zeitgemässe Nutzung einzuhauchen?
Immerhin ist relativ viel davon erhalten und es wäre sicherlich sinnvoller solch zentrale Orte in das städtische Leben zu integrieren, anstatt als Nekropolen künstlich durch Touristen am Leben zu halten.

In Berlin liegt der Fall aber anders. Das Schloss wurde 1950 gesprengt, übrig sind nur ein paar Gesteinsbrocken und das im Staatratsgebäude verbaute Portal – soll das eigentlich dort wieder rausgerissen werden?

Kaum einer kann sich daran erinnern, wie Berlin mit dem Schloss aussah. Ich meine, hat es wirklich er>lebt<. Ca. 20 Prozent der deutschen Bevölkerung ist über 65 Jahre, übertragen auf Berlin-Brandenburg sind das 1,4 Millionen Menschen. Das sind unter 2 Prozent der gesamten deutschen Bevölkerung. Und das ist sehr optimistisch gerechnet. Nicht jeder, der 1,4 Millionen Berlin-Brandenburger über 65 Jahren war jemals in der Nähe des Schlosses vor über 61 Jahren. Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass die Zerstörung schon 1945 gegen Ende des Krieges begann.

In Facebook gibt es 1.114 Gefällt-mir (Stand 7.7.11) für den Schloss-Wiederaufbau. Gibt es auch einen Gefällt-mir-nicht-Button oder muss erst eine „Kein-Berliner-Schloss“-Gruppe gegründet werden, um dagegen sein zu können? Zum Vergleich: Aldi Nord hat nur 435 Gefällt-mir, Fortuna Düsseldorf 49.076 und DER SPIEGEL 160.232.

600 Millionen Euro entsprechen 8x dem Centre Georges Pompidou (Baupreis 70er Jahre), 6x dem Porsche Museum, 3x dem Umbau des Neuen Museum und 2x der Allianzarena.

Und da ist sie schon wieder: eine 6 mit gaanz vielen Nullen.

Eine Sechs mit 12 Nullen

Gregor Gysi sagte bei Anne Will am 26. Juni 2011 (http://daserste.ndr.de/annewill/videos/annewill3033.html) bei 38:12 min. ff.:

>…Es gibt 2000 Familien in Griechenland, denen 80 Prozent des Vermögens gehört. Wir haben soviel Millionäre. Die haben einen Besitz – die Vermögensmillionäre, ich rede nur von der Eurozone – bei 6 Billionen Euro, äh nee, US Dollar. Unsere Schulden machen auch 6 Billionen Euro [hat er Dollar gemeint?Egal]. Was wäre wenn wir einmal einer solchen Situation sagten, die Millionäre müssen eine Abgabe zahlen, eine Einmalige wenigstens, in ganz Europa? Damit wir mal aus der Situation herauskommen. …<

Das ist natürlich starke Polemik. Was das auf die Spitze getrieben heisst, ist klar. Oder?

Leerstand in Wien 1

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Dieses recht charmante, authentische 60 er Jahre Hochhaus mit seinen Waschbetonbrüstungen und Fensterbändern steht seit Jahren leer. Warum eigentlich? Geht es uns hier so gut, dass wir auf eine Bruttogeschossfläche von ca. 14 x 500 m² = 7000 m² verzichten wollen oder können?

Das Haus ist ideal angebunden: liegt in der Nähe der U4 Heiligenstadt, der Nordbrücke und hat einen grossen Parkplatz vor der Tür.

Wenn es keine Kommerznutzung und keine Asbestbelastung o. ä. gibt, könnte wenigstens eine Zwischennutzung (für symbolische € 100 pro Etage Kaltmiete) in Erwägung gezogen werden. In Berlin oder Amsterdam ist man sich schon seit Jahren dieser ungenutzen Flächen als Potenzial bewusst, und kommt als junger Irgendwas (Startup, Künstler, Designer, Freiberufler, Student etc.) günstig an Raum zur Entfaltung. Warum es nicht auch hier versuchen? Ist auf jeden Fall besser als eine riesengrosse Calvin Klein Werbung anzubringen. Zwischennutzung erzeugt wenigstens einen ideellen Mehrwert. Irgendjemand muss doch die ganze Zeit für die Bude Unterhaltkosten blechen. Kann mir nicht vorstellen, dass eine leerstehende Hütte niemanden nix kostet.

Carlos – gedreht mit Originaltaxi

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Ich bin fast hintenüber gekippt als ich kürzlich die Carlos Trilogie in 27 Sprachen gesehen habe. Es tauchte in einer Szene in Wien ein Taxi auf, was mir bekannt vorkam. Ein alter 200/, mit einem schwarzen Kennzeichen (Erstzulassung aus den 70ern?) und einem alten Taxischild auf dem Dach. Und gerade habe ich den Wagen gesehen und das Kennzeichen überprüft. Es ist der Wagen. Die haben tatsächlich genau den genommen. Vielleicht hat der Fahrer sogar wirklich Carlos damals gefahren. Ist doch gut möglich. Überhaupt ist mir in dem Film aufgefallen, wie viele Autos aus den 70ern noch in richtig gutem Zustand vorhanden sind. Die haben teilweise ganze Strassenzüge mit den alten Autos vollgestellt. Leider sahen die alle aus, als ob sie aus einem Museum bzw. vom Werk kämen, total poliert, keine Regentropfen, kein Kratzer. Wie Neuwagen.

Ein Fussballspiel – zwei öffentlich-rechtliche Sender übertragen?

Ich kann mich noch sehr gut an die Fernseh-Übertragungen der Länderspiele in den 70ern erinnern – besonders an die Auswärtspiele im damaligen Ostblock. Das Farbfernsehen war damals ohnehin noch nicht von besonderer Qualität, zusätzlich negativ ausgewirkt auf die Qualität hatten sich die Bilder des entsprechenden Staatsfernsehens. Es gab damals nur drei Kameras im Stadion. Eine für die normale Übertragung von der Haupttribüne und die zwei anderen für den Revers Angle, die Wiederholung in Zeitlupe, hinter den Toren. Seit wann gibt es eigentlich das „R“ nicht mehr?reverseangle.jpg
Der Kommentar war akustisch überlagert von starkem Rauschen und Störgeräuschen. Man benutzte wohl eine der drei Telefonleitungen, die damals in den Westen gingen und vom Geheimdienst abgehört wurden. Inhaltlich war der Kommentar auch auf das Wesentliche beschränkt „Zewe……[Sprechpause von 1 Minute] … Breitner…[Sprechpause von 30 Sekunden] …Müller…..[Sprechpause von 1 Minute]…Tor.“ Alles total sachlich und unemotional. Zwischendurch fiel auch gerne mal der Ton ganz oder teilweise aus. Die Übertragungen begannen direkt nach den Nachrichten und endeten mit dem Schlusspfiff.

Heutzutage ist alles anders. Nicht nur, dass ca. 50 Kameras im Stadion aufgestellt werden um u. a. jeden Spieler einzeln zu beobachten und das Spektakel je zwei gefühlte Stunden vorher und nachher mit völlig uninteressanten „Hintergrundinformationen“ bestehend aus Pressekonferenzen, Interviews, Close-ups, Kurzfilmen, Expertengesprächen, Preisfragen etc. aufgeblasen wird und auch der Kommentator die Sprechpausen mit weiteren Informationen füllen kann; sondern auch Bild- und Tonqualität sind sind nahezu perfekt. Meistens zumindest. Wenn das Wetter mitspielt.
Das Spektakel findet heute sogar schon für Relegationsspiele der Bundesliga in den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten statt. Bewundernswert wofür die Gebühren ausgegeben werden.

Den Gipfel fand ich allerdings die Übertragung des EM-Qualifikationsspiel zwischen Österrreich und Deutschland gestern. Der ORF hatte die komplette Batterie da, die ARD auch. Sie konnte auf der gegenüberliegenden Seite ihre Geräte aufstellen.
OK, die Qualität der ORF Übertragung erinnert immernoch stark an die 70er. Man wechsele bei z. B. einer WM zwischen ORF und ARD – beide benutzen das gleiche
Bild – und Tonmaterial. Beim ORF sind die Farben flacher, die Geräuschkulisse ist unkontrolliert laut und der Kommentar ausgesprochen nüchtern.
Lustig bei dem Spiel gestern ist durch die unterschiedlichen Blickwinkel gewesen, dass das Spiel subjektiv in zwei verschiedene Richtungen stattfindet. Auf dem einen Sender spielen die Deutschen von links nach rechts , auf dem Anderen von rechts nach links. In der gleichen Halbzeit. Und, oh Wunder, die Bandenwerbung ist eine andere – abgestimmt auf das nationale Publikum.
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Hoffentlich rechtfertigt die Werbung den betriebenen Aufwand, das Material, die Techniker, Reporter, Experten etc. nach Wien zu karren, teilweise in Hotels unterzubringen, mit Speis und Trank zu versorgen und Gehälter und Übertragungsrechte zu zahlen. Hoffentlich bleibt der GEZ-Topf dabei unangetastet.

Irgendwie schon komisch das Ganze, zwei öffentlich-rechtliche Sender das gleiche Spiel und jeder mit seinem Equipment, obwohl sie ohnehin schon bei vielen anderen Sendungen kooperieren. Man stelle sich vor, der ORF brächte seine eigene Mannschaft zur Übertragung von „Wetten das…?“ mit nach Hamburg.

Mit dem Schlauchboot zur nächsten Fussball WM

Eine Besichtigung Mitte der 1990er von Sevillas Expo ’92-Gelände wurde von einem unüberwindbaren Zaun verhindert. Dazu legte sich sanft der rote Wüstensand über die Pavillons. Ziemlich deprimierend das Ganze.

Es ist zu befürchten, dass es vielen der hochmodernen Fussballarenen in Südafrika und demnächst in Polen/Ukraine und Brasilien ähnlich ergehen wird wie den Pavillons in Sevilla – abgesehen davon, dass es für viele dieser Länder ein finanzielles Desaster bedeutet, wenn auch keine auslastende Nachnutzung vorhanden ist. Dazu kommt, dass unterstellt wird, planerisches und logistisches Knowhow sei nicht vorhanden, um Sportstätten in entsprechenden Zeit- und Kostenrahmen zu errichten. Also exportieren wir unsere Planer und Baufirmen gleich mit. Gut für uns, schlecht für die anderen.
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Warum baut man nicht z. B. Stadien, die von einer WM zur nächsten wandern? Ein Flagschiff bleibt stehen und der Rest zieht weiter. Bildlich gesprochen: Das Stadion ist ein Schlauchboot und schwimmt über den Ozean von einem zum nächsten Grossereignis.